Sich erinnern heißt leben – Eine Reise in die Vergangenheit

Neues Angebot für die Bewohner der Seniorenresidenz „Villa von Einsidel“

Noch einmal in die Zeit zu reisen, als man jung war und das ganze Leben noch vor sich hatte, ist auch der Wunsch vieler älterer Menschen der Seniorenresidenz „Villa von Einsidel“. 

Voller Spannung freuten sich die Bewohner auf das Gedächtnistraining am vergangenen Donnerstag. Es sollte gedanklich auf eine Reise in die Zeit der 1940er Jahre gehen. Eine Zeit, in der sie ihre Jugend erlebten, in der aber auch Freude und Leid nah beieinander lagen.

Die Mitarbeiter der Ergotherapie empfingen sie in extra für diesen Anlass ausgesuchter Kleidung. Noch gut können sich die Bewohner daran erinnern und erkannten das eine oder andere Kleidungsstück wieder.

Gemeinsam saßen alle am Tisch, es vielen Schlagwörter, Bilder und Fotos wurden herausgeholt und es entstand eine ausgiebigen Gesprächsrunde. Berichte von Briefkontakten mit Soldaten, das Leben während und nach dem Krieg sowie traumhafte Hochzeiten trotz der wenigen finanziellen Mittel und viele schöne Erlebnisse waren plötzlich präsent, als wenn es erst gestern gewesen wäre.

„Die Erinnerungspflege bringt Menschen gezielt mit ihren Erinnerungen in Kontakt und längst vergessen geglaubte Erlebnisse, Gefühle und Kenntnisse werden vergegenwärtigt.“ Sagt Sozialdienstleiterin Sindy Naumann.  „Auch ich, die erst Jahrzehnte danach geboren wurde, kann viel aus den Erzählungen der Senioren mitnehmen.“ 

Die Berichte der Bewohner helfen zudem den Mitarbeitern, sie besser verstehen und auf deren Bedürfnisse eingehen zu können sowie Wünsche zu erkennen. 

Ein heiteres Ratespiel, bei dem berühmte Persönlichkeiten und Liedtitel erkannt werden müssen, sowie Filme der 40er Jahre und eine Feuerzangenbowle bildeten den Abschluss dieser Zeitreise.

Alle – Bewohner wie Mitarbeiter – waren sich am Ende des Gedächtnistrainings einig: diese Art von Gedächtnistraining darf es ruhig ganz oft geben. 

„Die Zeitreise ist nur eines von vielen Angeboten, das wir unseren Bewohnern hier bieten. Je mehr Sinne angesprochen werden, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Erinnerungen geweckt werden. Deshalb setzen wir bei unserer Arbeit auf Bilder, Geschichten, Musik und kreative Beschäftigungen“, beschreibt Sindy Naumann den Betreuungsalltag.